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"Norddeutsche Landschaftsräume"

Weite, Licht und die langsame Klarheit norddeutscher Räume, wie ich sie erlebe


Die norddeutsche Landschaft prägt meine Wahrnehmung und meine Malerei. Weite, horizontale Linien und das wechselnde Licht bilden den Kern dieser Arbeiten. Mich inspiriert dabei nicht die genaue topografische Wiedergabe, sondern die atmosphärische Qualität eines Augenblicks: Stille, Weite und die Klarheit, die sich erst langsam erschließt. Zwischen Küste, Marsch und Binnenland entstehen Bilder, die sowohl konkrete Orte als auch empfundene Räume zeigen. Jede dieser Arbeiten ist für mich ein Versuch, Landschaft als Zustand zu begreifen. Die Malerei der norddeutschen Landschaft lebt von Stille, Weite und der präzisen Wahrnehmung eines subtilen Lichts.




Gemälde einer Dünenlandschaft mit rosa und blauem Himmel, einem Wald im Hintergrund. Zaunartige Holzelemente durchziehen den Sand.

Hier durchschneidet ein verwitterter Sandfang eine dünenartige Strand-landschaft der Ostsee. Eine Komposition über das fragile Gleichgewicht im Naturgeschehen. Mich interessiert hier die Schichtung von Fläche und Licht. Die reduzierte Farbigkeit schafft eine ruhige Konzentration. Für mich ist das ein Bild über Klarheit und Einfachheit.

Farbenfrohes pointillistisches Gemälde einer Hafenszene mit Booten, Gebäuden und einer Windmühle.

Die Hafenansicht Laboe zeigt die Küstenarchitektur und Schiffe in einer vibrierenden Farbigkeit, in der sich Bewegung, Licht und Spiegelung durchdringen. Ich suche in diesem Motiv die Balance zwischen Struktur und Atmosphäre. Der Hafenraum bringt eine eigene Rhythmik mit, die ich malerisch hervorheben will. Die Formen sind reduziert, aber nicht vereinfacht.


Schwarz-weiße Radierung einer düsteren Moorlandschaft. Eine Brücke überquert einen Moorgraben unter bewölktem Himmel.

Das Moor ist für mich ein Ort von Tiefe und Unsicherheit. Die Radierung erlaubt mir eine andere Form der Darstellung. Die Linien sind knapp, aber tragen viel Stimmung. Die  Kaltnadelradierung erzeugt ein Gefühl von Stille, Bedrohung und ungewisser Erwartung. Das Moor erscheint nach wie vor als geheimnisvoller Ort, der Urängste weckt und zugleich eine seltsame magnetische Ruhe ausstrahlt.

Der Ort ist ein ruhiger, aber bestimmter Ort. Der Wechsel von natürlicher Landschaft zu architektonischer Setzung erzeugt einen identitätsstiftenden Kontrast. Das Werk markiert die Nähe zum Meer, das sich nur erahnen lässt,  und den Übergang zu kulturellen Landschaftsbezügen.


In diesem Motiv bilde ich die Zerbrechlichkeit der Küste vorrangig ab. Die Abbruchkante ist eine Grenze zwischen Halt und Wandel. Das Licht öffnet den Raum nach hinten. Das vertikale Motiv der Steilküste durchbricht die bisher dominante horizontale Struktur. Der spannungsreiche Dialog zwischen Form und Erosion verweist auf geologische Zeit.


Ein spannender Moment, in dem der Nebel die Landschaft auflöst. Formen verschwimmen, Horizonte verschwinden – und genau in diesem Schwebezustand entsteht für mich ein eigener Raum. Ich male hier die Spannung zwischen Sichtbarkeit und dem, was sich entzieh

Hier arbeite ich mit der markanten Figur des Ehrenmals Laboe als räumlichem Orientierungspunkt. Mich interessiert nicht das Monument, sondern seine Wirkung im Raum. Für mich entsteht ein Dialog zwischen Landschaft und Form. Der monumentale Baukörper verbindet Landschaft, Geschichte und kulturelle Identität. Die reduzierte Formensprache setzt auf strukturelle Klarheit und räumliche Konzentration.