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"Gesellschaftliche Reflexion"

Malerei als Haltung. Diese Werke beschäftigen sich mit Verantwortung, Schweigen, Macht, medialen Zuschreibungen und gesellschaftlichen Konflikten. Sie verbinden konkrete Beobachtungen mit symbolischer Bildsprache und stellen Fragen nach Wahrheit, Empathie und moralischer Orientierung.

Tanzende, unbekümmerte Menschen vor einer grellen Feuerbrunst im Hintergrund. Nur einige scheinen sorgenvoll

In diesem Werk geht es um die Spannung zwischen Wahrnehmung und Verdrängung. Ich löse das Motiv aus jeder Narration und verdichte es zu einem klaren Zeichen. Für mich entsteht ein Bild über Verantwortung und Distanz in Zeiten des Klimawandels. Bewegung und Auflösung, Farbe und Fragilität verbinden sich zu einem Bild existenzieller Unruhe.

An einer Wand mit Klebeband befestigte Birkenstock-Sandale, blaue Riemen und hellbraunes Fußbett, auf beigem Grund. Ein Aktenzeichen des BGH als Tag.

Das Werk „Doch Kunst“  reflektiert ironisch den Streit um Urheberrecht, Markt und die Definition von Kunst. Eine einzelne Birkenstock-Sandale, angelehnt an Maurizio Cattelans geklebte Banane, wird zum Symbol für die Absurdität juristischer und ökonomischer Zuschreibungen. Die Arbeit fragt: Wann wird etwas zur Kunst – durch Idee, Kontext oder Legitimation?

Eine nackte Gestalt sitzt auf einer nach unten führenden Treppe unterhalb einer in einer Robe gehüllten Kardinals, der einen violetten Gürtel trägt.  Er steht auf einer nach oben führenden Treppe und wendet sich dem Kreuz im Fenster ab.Umstehende beobachten das Geschehen teilnahmslos.

Die Arbeit Wegschauen handelt über den sexuellen Missbrauch in kirchlichen Strukturen und greift religiöse Momente auf, um sie zu hinterfragen. Schweigen und Wegschauen im Licht des Kreuzes werden zu Symbolen einer Schuld, die institutionell verdrängt, aber individuell getragen wird. In diesem Motiv arbeite ich mit der Spannung zwischen Wahrnehmen und Verdrängen.



Schwarz-Weiß-Bild einer Menschenmenge, einige mit erhobenen Armen. Im Vordergrund erhebt sich eine geistartige Figur. Sie dominiert das Geschehen.

Der Linolschnitt “Massengeist” zeigt die medial aufgeheizte Stimmung in 2024. Ein gewaltbereites Tohuwabohu, wie Schlüttsiel. Der Linolschnitt erlaubt mir eine direkte, grafische Sprache. Ich überzeichne hier Muster kollektiven Denkens. Das Ergebnis ist bewusst kantig und plakativ.

Abstrakte Kunst mit rosa, violetten und orangen Blöcken und Kritzeleien.

Im Werk „Tag Attack“ setze ich mich – gleichfalls ironisierend - mit der sprachlichen Beliebigkeit und ästhetischen Übergriffigkeit des Taggens auseinander, mit der sich Zeichen in den Stadtraum einschreiben – oft laut, selten lesbar, nie gefragt. Dabei interessiert mich weniger die moralische Bewertung als die Frage, was passiert, wenn Kommunikation zur bloßen Markierung wird und Öffentlichkeit zur Selbstbedienungsfläche.